Corinna Bauer - Dipl. Ing. Architektin BDA
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"Auf Naxos im Glück"

Frankfurter Rundschau vom 10.10.2012:

Am Ende einer Jahre andauernden Durststrecke machen genossen ihre Träume wahr

 

Fünf Parteien, ein Ziel: Um mit dem Bau einer gemeinsamen Tiefgarage loszulegen, haben Genossenschaften und Wohngruppen am Dienstag auf Naxos erstmals die Spaten angesetzt. Gleich fünf an der Zahl, alle nagelneu.

Das erste Häufchen Erde haben die künftigen Bewohner der zugehörigen fünf Neubauten an der Wittelsbacherallee dann mit Ouzo von der griechischen Insel Naxos gegossen, den die Leute der Gruppe W.I.R. ("Wohnen im Ruhestand") zum freudigen Anlass aus den ferien mitgebracht hatten. In Frankfurt ist das neu: Erstmals entsteht ein Ensemble von mehreren individuell gebauten Häusern für gemeinschaftliches Wohnen. "Nicht mehr alleine leben" - das hat für die meisten der Zuzügler den größten Stellenwert.

Es ist Zeit, dass über diesem Bauprojekt ein Glücksstern aufgeht. Seit das Stadtparlament eintschieden hat, ein Drittel der Baufelder des Naxosgeländes den Projekten für gemeinschaftliches Wohnen zu verpachten, sind fast auf den Tag genau sechs Jahre vergangen, erinnerte Birgit Buchner von "Fundament". Zuletzt hat die (basisdemokratische) Abstimmung über die gemeinsame Garage das Verfahren verzögert. und erschwert: Kim Duchscherer, der zur "Schnellen kelle e.G." gehört, rechnete die immensen Kosten vor: In jeder Wohnung müssen im Monat mindestens 100 Euro Miete zusätzlich aufgebracht werden, um den von der Stadt geforderten Pkw-Platz zu finanzieren - auch wenn die Bewohner "keinen Stellplatz wollen, weil sie kein Auto besitzen". Unter den Naxos-Genossen könnte das die Mehrheit sein: Vier der Baugruppen wollen "ein Car-Sharing-Modell betreiben". Für Duchscherer gehört die Stellplatzsatzung, die derartige Auflagen macht, "innerhalb des Alleenrings zugunsten solcher Modelle abgeschafft. Die überteuerten Wohnungen würden "der von niemandem gewollten Gentrifizierung Vorschub leisten".

Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) zeigte sich "dankbar" für das Durchhaltevermögen der Gruppen. Man sehe ihn wie auch Planungsdezernent Olaf Cunitz "an Ihrer Seite". Noch fehlten in der Stadt " die passenden Regularien", doch sei man dabei, "an vielen Stellen solche Projekte auf den Weg zu bringen". Zumal es das erklärte Ziel in diesen Wohnformen sei, "eingebettet in das soziale Gefüge des Stadtteils" zu leben.

Mehr noch: Nicht nur die "Schnelle Kelle", die an der Ecke zur Wingertstraße baut, sondern auch die "Wohnbau-Genossenschaft", deren Neubau zum Hof hin in der zweiten Reihe entsteht, sorgen für neue Kinderbetreuungsplätze: Es entstehen eine Krippe und eine Kita auf Naxos.

von Claudia Michels

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